Die letzte Dämmerung gerade versunken, ist es endlich Nacht über der Oder, doch
der Mond steht hoch über den Zelliner Bergen. Sein fader Schein liegt auf der
Landschaft und die weißen Mäntel einer Ritterschar leuchten über dem Hügel aus
einem Meer von Königskerzen. Die Männer tragen die roten Kreuze des
Templerordens und warten auf ihren Meister. Um Mitternacht steigt er aus seinem
Sonnenburger Grabe und eilt zu den Seinen. Trifft er ein, so zieht er sein Schwert
gegen Jerusalem und die Ritter sprengen davon ins Heilige Land und sind
verschwunden, noch vor dem Licht des Johannistages. So geht die Brandenburgische
Sage über Friedrich von Alvensleben, den letzten Ordensmeister der Templer in dieser
Region.
Sonnenburg, 15 Kilometer östlich von Küstrin, heißt heute Słońsk, auch hier hatte der
Templerorden eine Niederlassung.
Nach heutigem Kenntnisstand, besaßen die Templer in keinem Landesteil
Deutschlands so umfangreiche Güter wie in dem Gebiet der Mark Brandenburg und
Pommern.
Die Brüder des Templerordens haben nicht nur einen entscheidenden Beitrag zur
Christianisierung geleistet, sondern auch den Weg für die Besiedelung und
Kultivierung dieses Landes geebnet.
So haben sich neben Sagen, auch reichhaltige Baudenkmäler beiderseits der Oder
erhalten.
Unsere Fahrt zu den Spuren der Tempelritter in der Neumark, begann eigentlich bei
einem Besuch unserer polnischen Brüder der Loge „Zum Tempel der Eintracht“ in
Posen.
Die würdevolle Arbeit unserer Brüder, die zu Besuchen wir das Vergnügen hatten,
dauerte schon geraume Zeit, als ein Bruder sich anschickte einen weiteren Vortrag zu
halten.
Was uns alle irritierte war der Umfang seinen Manuskripts, er schien eine vollständige
Geschichte der Tempelritter vortragen zu wollen! Dankenswerter Weise bat der MvSt.
den Bruder seinen Vortrag nach einigen Seiten erstmal zu beenden. Die geplante
Heimreise am selben Tag wäre sonst wohl nicht möglich gewesen.
Wie sich dann herausstellte, hat eben jener Bruder mit sehr großem Engagement eine
Exkursion durch die Neumark organisiert, zu der wir dann auch eingeladen wurden.
Kurz zum Begriff "Neumark": ursprünglich trug nicht das ganze brandenburgische
Territorium östlich der Oder diese Bezeichnung, sondern nur der Teil nördlich der
Warthe. Südlich davon das Land Sternberg, weiter gen Süden das Fürstentum Crossen
mit Züllichau und Sommerfeld. Erst später wurde die Bezeichnung für das gesamte
Gebiet üblich.
Wir trafen uns in Königsberg in der Neumark, heute Chojna, ca. 120km von Berlin,
höchstens 15km vom Grenzübergang in Schwedt/Oder entfernt.
Das Stadtbild wird geprägt von der beeindruckenden St.- Marien-Kirche mit ihrem ca.
102m hohen Turm, die einen Eindruck vermittelt, welche Bedeutung die heute etwa
7000 Einwohner zählende Stadt, einst hatte.
Hier fand man bei Ausgrabungen innerhalb der heutigen Kirche eine ältere
Feldsteinkirche mit dem Grundriss eines griechischen Kreuzes, die bereits 1282 als
Patronatskirche des Templerordens erwähnt wurde.
1945 wurde die Kirche zerstört und seit 1994 wiederaufgebaut, und zwar als
europäisches Projekt in deutsch-polnischer Zusammenarbeit. 1997 wurde das Dach
des Kirchenschiffes gedeckt, im Jahre 2003 wurde der Turmhelm des neogotischen
Turmes aus dem 19. Jahrhundert wiederhergestellt.
Nachdem alle Königsberg/Chojna eingetroffen waren, es nahmen Schwestern und
Brüder mehrer polnischer Logen teil, fuhren wir zu unserem Quartier: einem
malerisch gelegenen Gestüt in Rurka,
ehemals Röhrchen, wo uns neben der sehr komfortablen Unterkunft
eine Überraschung erwartete: auf dem Privatgelände unserer Gastgeber befindet sich
die Ruine einer Kapelle der Templer.
Im Jahr 1261 unterstellt der Bischof von Pommern, Herrman von Gleichen, den Ort
dem Templerorden. Die kleine einschiffige Kirche wird in der Mitte des 13. Jh. im
romanischen Stil gebaut.
Der erste Komtur von Rurka ist aus dem Jahr 1261 überliefert.
1290 verübte der Herzog von Pommern einen Raubüberfall auf die Niederlassung,
zerstörte Güter und Ernte, wofür ihn die päpstliche Exkommunikation traf - gemäß
der Schutzbestimmungen, die für Güter der Templer seit der Bulle Omne Datum
Optimum vom 29. März 1139 von Papst Innozenz II. galten.
1318, nach Aufhebung des Ordens, kam Röhrchen wie die meisten
Templerbesitzungen an die Johanniter, die bis Ende des 14. Jahrhunderts hier
weiterhin eine Komturei unterhielten.
Im 17.Jh. wurde die Kirche verlassen und als Getreidespeicher genutzt, im 19. Jh. in
eine Brennerei umgebaut. Nach dem zweiten Weltkrieg erlebt die Kapelle weitere
Verwüstungen, bis 1999 das Bauwerk gesichert wird und archäologische Forschungen
beginnen.
Die Komturei war ein klösterlich-landwirtschaftliches Anwesen, zu dem auch eine
Mühle am nahen Fluß Rurzyca gehörte.
Die Kapelle diente allerdings den Templern nicht nur als Gotteshaus, sondern auch als
Wachposten zur Kontrolle eines Handelsweges. Wie wir erfahren, haben
Untersuchungen ergeben, daß die Tempelritter nicht nur das Gelände geschickt
genutzt, sondern auch verändert haben. Durch die Umleitung eines Flusses wurde der
Handelsweg so verlegt, daß Reisende erst durch eine Senke mußten und den
Templerbau so nicht schon von weitem erkennen konnten.
Dann fuhren wir nach Wildenbruch, heute Swobnica.
Das alte Schloß liegt außerhalb der Ortschaft im Wald und ist von der Straße auch
nicht zu sehen und eigentlich auch nicht zugänglich. Nun, unsere Brüder jedenfalls
kennen das Loch im Zaun und den Trampelpfad, auf dem man hingelangt.
Das die Baulichkeiten für die Öffenlichkeit gesperrt sind, erklärt sich aus dem starken
Verfall und der Einsturzgefahr der Gebäude.
Ob dieses Gelände tatsächlich etwas mit den Templern zu tun hat, ist heftig
umstritten. Urkundlich erwähnt ist jedenfalls, dass es ab 1382 den Johannitern gehörte.
(Lehmann/Patzner, Die Templer im Osten Deutschlands, S. 67, 73, 74).
Lehmann/Patzner lehnen die Annahme ab, dass die Templer hier Grundbesitz hatten.
Der Historiker Wilcke dagegen ist davon überzeugt und zitiert zum Beweis seiner
Ansicht eine lateinischen Quelle (Ferdinand Wilcke, Die Geschichte des Ordens der
Tempelherren, 2. Aufl. 1860, Neudruck 2005, S. 398 m.w.N.) .
Eine weitere Bestätigung dieser Annahme liefert Friedrich v. Restorff in seinem Werk
"Topographien - Beschreibung der Provinz Pommern" von aus dem Jahre 1827, ab
Seite 193. Hier wird die Herrschaft Wildenbruch beschrieben, die demnach von 1235
bis 1311 den Templern gehörte. (digitalisierte Ausgabe von Google).
Aus Zeitgründen, wir wollen nicht ähnliche Verwirrung stiften wie unser oben
erwähnter Bruder, wollen wir nicht auf jedes einzelne Baudenkmal ausführlich
eingehen. Es sei aber erwähnt, das mehrere Kirchen der Region Templerischen
Ursprungs sind.
Besondere Erwähnung verdient aber unbedingt:
Chwarszczany, zu deutsch Quartschen.
Hier war der Hauptsitz der osteuropäischen Provinz des mächtigen Templer- Ordens,
die bis nach Ungarn reichte.
1286 trat mit Markgraf Otto VI. von Brandenburg ein Mitglied des deutschen
Hochadels in den Orden ein. 1291 wurde das Haus zur Residenz des Provinzmeisters
für "Polen, Pommern und die Neumark" Bernhard von Eberstein, und mindestens ein
Provinzialkapitel wurde hier abgehalten
Doch der Reihe nach: 1232 bekommen die Templer als den Ort als Schenkung durch
Herzog Heinrich I. von Schlesien und beginnen mit dem Bau einer romanischen
Kapelle. Für diesen Akt gibt es jedoch keine Urkunde. Überliefert ist dem hingegen
die 1232 getätigte Schenkung von Quartschen, 1000 Hektar Land und dem Recht, in
dem Ort einen Markt nach deutschem Recht einzurichten durch den Herzog
Wladislaw Odonic von Großpolen, dem politischen Rivalen des Schlesiers. 1262 wird
die Schenkung durch den Markgrafen von Brandenburg bestätigt, 1280 wird die neue,
gotische Kirche durch den Bischof geweiht.
Das Ziel der Schenkung lag in der Förderung der Kultivierung und Besiedlung des
Landes, jedoch scheint auch die militärische Bedeutung der Templer nicht gering
geschätzt worden zu sein: So vereiteln die Ordensbrüder von Quartschen bereits 1233
den Vorstoß Herzog Barnims I. von Pommern Richtung Süden und veranlassen
diesen zur Aufnahme von Verhandlungen. Allerdings könnte hier auch die reine
Tatsache, dass ihm kirchlicher Besitz im Wege stand und das diplomatische Geschick
der Templer gewirkt haben. Jedenfalls beschenkte Barnim I. den Orden anschließend
ebenfalls mit Land und Rechten über weitere Siedlungen.
Die schwankenden politischen Verhältnisse in dieser Grenzregion veranlassten die
Templer, mehrfach eine päpstliche Bestätigung ihrer Besitzungen und Rechte hier
einzuholen.
Von einem Großteil der Besitzungen durften die Templer den Zehnten erheben,
mussten dafür aber dem Bischof von Lebus, in dessen Gebiet der Grund lag, eine
Naturalienpacht entrichten. 1261 gehörten bereits 11 Dörfer zum Besitz des
Ordenshauses Quartschen, sowie große Wald- und Heidebezirke, das Fischereirecht,
einiger Viehbestand sowie ein oder zwei Mühlen. In allen Besitzungen verfügte der
Orden über die hohe und niedere Gerichtsbarkeit, und seit 1236 bereits die
Zollfreiheit, die nicht nur für die Brüder selbst, sondern auch ihre Untertanen galt.
Die Templer bleiben bis zur Auflösung des Ordens und 1318 wird der Templer-Besitz
in Brandenburg durch den Johanniterorden übernommen, bis 1540 aus dem
Klostergelände eine Staatsdomäne wird.
2004 wird mit archäologisch-architektonischen Forschungsarbeiten begonnen, 2005
der "Kulturpark Chwarszczany" gegründet und mit Austrocknungsarbeiten zur
Rettung der 1898 wiederentdecken gotischen Wandmalereien aus der Zeit um 1400
begonnen.
Wie uns erklärt wird, haben unsachgemäße Arbeiten am Bauwerk dazu geführt, dass
durchdachte und Jahrhunderte funktionierende Lüftungssystem der Kirche zu
Zerstören und so zu Feuchtigkeit und Beschädigung der Bilder geführt. Zwar wird
1996 mit der Renovierung begonnen, das Verblassen der Bilder durch Salze, Schimmel
und eben Feuchtigkeit dauert aber bis 2004 an. Dabei kann es über die historische
Bedeutung, aber auch die künstlerische Qualität der Bilder keine Zweifel geben.
Deutsche Kunsthistoriker bemerkten schon vor dem Zweiten Weltkrieg das"... die
Bilder nicht nur zu den bedeutendsten Gemälden in der Neumark gehören, sondern ein seltenes
Beispiel für fast vollständig an den Innenwänden einer Kirche erhaltenen, mittelalterlichen
Wandmalereien im nördlichen Deutschland sind."
Auf die ursprünglichen Erbauer wird auch im Inneren der Kirche deutlich
hingewiesen.
Das nur knapp zehn Meter breite, aber über 15 Meter hohe frühgotische Bauwerk aus
Ziegel- und Feldsteinen befindet sich auf der Liste der 100 bedeutendsten historischen
Bauwerke Polens.
Es wird heute von der katholischen Gemeinde als Kirche genutzt.
Wie so oft bei der Rettung historischer Bauwerke, ist auch hier besonders einem
Historiker zu danken:
Przemyslaw Kolosowski von der Universität in Torun (Thorn), der sich insbesondere
für die Geschichte der Ritter-Orden interessiert. Ihm und einer immer größer
werdenden Gruppe von Mittelalter-Interessierten ist zu verdanken, dass das kleine
Quartschen in den vergangenen Jahren wieder aus dem geschichtlichen Tiefschlaf
erwacht ist. Dem Organisator war es gelungen ihn für einen Vortrag zu gewinnen.
Herrn Kolosowski möchte ich nun zitieren:
Die Quartschener Kapelle entstand in zwei Etappen. Ursprünglich wurde ein
romanisches Sanktuarium aus Granit gebaut. Dies wirkte wohl zu bescheiden, und
so wurde um 1280 eine neue Kapelle, die bis in heutige Zeit stehen blieb, als gotisches
Bauwerk aus Backsteinen unter Beibehaltung von Teilen der romanischen Fassade
errichtet. Die Kapelle weist einen länglichen und mehreckigen Grundriss auf. Sie hat
ein Kreuzrippengewölbe. Der ganze Bau ist durch massive Strebepfeiler und vorn an
der Fassade durch zwei Türme gestützt.
Die Kapellenarchitektur ist streng mit dem militärischen Charakter des Ordens
verknüpft.
Besonders erwähnen möchte ich die Exaktheit des Mauerwerks aus der Templerzeit,
wie auf dem Bild zu sehen. Der Historiker erklärte uns, daß spätere Mauern nicht
mehr mit dieser Genauigkeit ausgeführt worden sind.
Zum Konzept des Kulturparks gehört auch das Eingehen auf die Bedürfnisse von
Touristen, in Form eines Gasthofs "Templum"
zu dessen Ausgestaltung Templersiegel und Kreuz gehören und wie wir überrascht
und erfreut feststellen, als Teil eines Wandgemäldes
auch unseres Zeichens Zirkel-Winkel-G,
nach Aussage unserer Brüder sicher einmalig in ganz Polen.
Tief beeindruckt verlassen wir Quartschen, um weitere Zeugnisse des Templerordens
zu sehen.
Unsere Fahrt geht nach Darrietzel - polnisch Dargomysl.
Hier kommen wir zu einer der ältesten Kirchen in der Region Debno - deutsch
Neudamm. 1234 schenkte der pommerische Herzog Barnim I. das Dorf Dargumitz
den Templern in Quartschen. Diese begannen noch vor 1250 mit dem Bau der ersten
Kirche aus Granitquadern. Diese Mauern bilden heute die Wände des Baukörpers auf
der Ostseite.
In der Süd- und Ostwand sieht man spitzbogenartige Fenster aus dem 13. Jh.
Dies entspricht einer-Ausführung, drei schlanke, hohe Fenster, rechteckiger
Grundriss, der als Chorabschluß, für Templerkapellen sehr weit verbreitet ist. In
Frankreich, insbesondere am Atlantik, ist er sehr häufig anzutreffen.
Die Fahrt geht weiter in das Dorf Tyscher, später Zicher, heute Cychry.
Auch dieses Dorf gehörte zur Kommende des Templerordens in Quartschen, welcher
auch als Stifter der Kirche angesehen wird. Entstanden ist die Kirche in der Zeit 1230
- 1250, erbaut aus Granitquadern, die heute die Wände des Kirchenschiffes ( Nord-,
Süd- und Westwand ) markieren. In der Südfassade hat sich ein zugemauertes
romanisches Portal erhalten, der ursprüngliche Eingang.
Auch diese Kirche ging dann an den Johanniterorden, 1540 übernahm eine
protestantische Gemeinde die Kirche, der heutige Turm wurde 1838 umgebaut und
verputzt, um diese Zeit wurden auch die große Fenster eingebaut. 1946 wurde die
Kirche römisch-katholisch geweiht, ein Zeugnis der wechselvollen Geschichte dieser
Region.
Hier sei mir der Hinweis gestattet, das wir uns unweit von Zorndorf befinden.
Im Siebenjährigen Krieg (1756-1763) kam es hier am 25. August 1758 zur ersten
Schlacht der preußischen Hauptarmee Friedrichs II. gegen die russischen Streitkräfte
unter Oberbefehlshaber Graf Wilhelm von Fermor. Über 30.000 Gefallen waren das
traurige Ergebnis dieses Waffengangs.
Zurück zur heutigen Pfarrkirche:
Neueren Datums und ein Beispiel für die kreativen Möglichkeiten der
Kirchengestaltung scheint uns dieses Kreuz.
Die Templer in der Neumark, eine Grenzregion, die wir an diesem Wochenende mit
Brüdern aus ganz Polen bereist und bestaunt haben.
Es ist schon etwas besonderes mit diesen Templern und der Erinnerung an sie.
Das sich eine Gruppen von Freimaurern für sie interessiert mag nicht überraschen -
doch wird hier Grenzübergreifend, von interdisziplinären deutsch-polnischen
Konferenzen,
bis hin zur Gestaltung einer Gastwirtschaft und sogar Ritterspielen in
Templerkostümen eine Geschichte erinnert, die als gemeinsames Erbe existiert.
Das die ins Land gerufenen Ritter aus den deutschen Komtureien stammten und die
von ihnen angesiedelten Kolonisatoren ebenfalls meist (nicht ausschließlich) Deutsche
waren, spielt eigentlich keine Rolle.
Am sogenannten "Heidenkampf", der Eroberung des ostelbischen Slavengebietes,
waren die Ordensritter höchstwahrscheinlich gar nicht beteiligt. Ihre Aufgaben waren
andere. Wie wir gesehen haben waren die landesherrlichen Stifter in den wenigsten
Fällen brandenburgische Markgrafen, höchstens drei Komtureien gingen auf
askanische Schenkungen zurück.
Die Fenstergestaltung einer Templerkapelle in der Neumark hat schon vor 700 Jahren
der an der 1700 km entfernten Atlantikküste geglichen und der Kirche in Quartschen
wird heute ihre europäische Bedeutung zuerkannt.
Die Tempelritter waren durch ihre Erfahrung in der Kolonisation, der Urbarmachung
unerschlossener Gebiete, durch ihr architektonisches Können und ihr
Organisatorisches Talent, bestens geeignet das Gebiet zu besiedeln. Es gelang ihnen in
kurzer Zeit.
Wichtig ist die Verbindung tiefer Religiosität, die Tatsache allein dem Papst unterstellt
zu sein, mit dem ihnen voraus eilenden, militärischen Ruf. So genossen sie den
Respekt regionaler Herrscher, konnten Grenzen sichern und ermöglichten in einem
zwischen Schlesien-Pommern und Brandenburg immer wieder umstritten Gebiet eine
Art Mittelalterliche Gründerzeit, in der viele der Ortschaften entstanden und
Bedeutung erlangten.
Im allgemeinen Geschichtsbewußtsein sind es sicher die Zisterzienser, an die im
Zusammenhang mit der Kultivierung der Mark Brandenburg gedacht wird - ihre
prächtigen Klosterbauten sind bekannter und besuchter. Welche Bedeutung auch dem
Orden der Tempelritter zukommt, konnten wir hoffentlich deutlich machen.
Soweit die Bilder und Fakten - die Atmosphäre, das tiefere Verstehen von Geschichte
durch den Besuch der historischen Stätten, insbesondere in der Gesellschaft von
Brüdern, kann man nur selbst erleben.
Für uns war es, außer der besseren Kenntnis der Historie, besonders das Erleben des
Verbindenden, das diese Fahrt für uns so wertvoll machte.
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