Br. Peter Voigts, Jl. „Am Berge der Schönheit“ i.O. Berlin
Toleranz, Freiheit und Liberalismus
Auf dem ersten Blick scheinen diese drei Begriffe nicht zusammen zu gehören; gemeinsam ist ihnen sicherlich jeweils ein philosophischer Hintergrund, wobei der Begriff Liberalismus im heutigen Sprachgebrauch eher politisch betrachtet wird, jedoch ist dessen Gedankengut Voraussetzung für Freiheit und Toleranz. Betrachtet werden sollen hier die Liberalismusbewegungen und -strömungen im deutsch-, englisch- und französischsprachigen Raum im Europa des 18. und 19. Jahrhunderts, also dem Zeitalter der Aufklärung, die eine wesentliche Voraussetzung für die Bildung, Verbreitung und Zusammenschluss der Freimaurerlogen waren.
Alle Brüder einer Freimaurerloge bekennen sich neben der Menschenwürde oder umfassender ausgedrückt, den Menschenrechten, insbesondere zur Toleranz und zur Freiheit. Dieses erfordert ein hohes Maß an Selbstdisziplin und Respekt vor der Meinung eines Anderen. Hierzu müssen wir unsere Möglichkeiten, aber auch Grenzen, beachten. Nähe und gleichzeitig Distanz aber auch Vertrauen sind Schlüsselbegriffe unserer Arbeit, die bei jedem von uns selbst beginnt und auch endet. Hier gibt es keine allgemeine Richtlinie. Die Freimaurerei zeigt einen Weg auf, Trägheit und Gleichgültigkeit zu überwinden, denn allein durch unser Denken, Fühlen und Handeln können wir bewirken, dass auch andere Menschen aufstehen, sich bewegen und sich mitverantwortlich fühlen.
Toleranz
Die Toleranz bezieht, bzw. beschränkt sich ursprünglich und begrifflich auf die Sphäre der Religion, später meint man, auch die Weltanschauung. Heute fasst man den Begriff der Toleranz weiter, demnach ist Toleranz ein Geltenlassen und Gewährenlassen anderer Überzeugungen, Handlungsweisen und Sitten, gemeint ist damit auch häufig die Anerkennung einer Gleichberechtigung unterschiedlicher Individuen. Im politischen und gesellschaftlichen Bereich gilt Toleranz auch als die Antwort einer geschlossenen Gesellschaft und ihres verbindlichen Wertesystems gegenüber Minderheiten mit abweichenden Überzeugungen, die sich in das herrschende System nicht ohne weiteres integrieren lassen. Insofern schützt die Toleranz ein bestehendes System, da fremde Auffassungen zwar zur Kenntnis genommen, aber nicht zwangsläufig übernommen werden. Die Toleranz schützt aber auch die Träger einer Minderheitsmeinung vor Repression und gilt somit als Grund- bedingung für Humanität. In diesen Zusammenhängen ist Toleranz auch die Vorbedingung einer friedlichen und theoretischen Auseinandersetzung um konkurrierende Wahrheitsansprüche.
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Eine Befürwortung von Toleranz gilt in der Ideengeschichte auch als ein Hinweis auf eine allmähliche Differenzierung von Staat und Kirche und für die Durchsetzung eines gesellschaftlichen Pluralismus. Entscheidend war in diesem Zusammenhang das Zurückdrängen absoluter Geltungsansprüche einzelner religiöser Richtungen in Politik und Rechtsprechung, wobei gerade der Islam, in seiner konservativsten Form sowie die katholische Kirche hier erschreckenderweise den Zeitgeist immer noch nicht erkannt haben und an ihrer Unfehlbarkeit festhalten.
An die Macht gekommen, gingen die Christen streng, immer fanatisch, gegen Andersdenkende vor, gegen die Heiden, gegen die Juden und gegen andere christliche Richtungen; hier sei nur Karl der Große genannt, der alle Sachsen hinrichten ließ, die sich nicht taufen lassen wollten, oder Christoph Kolumbus, der, wie neue Quellen belegen, offensichtlich jüdischer Abstammung war und am 3.8.1492, dem Tag an dem die Juden spätestens Spanien verlassen haben mussten, Richtung Amerika aufbrach und dann in der Karibik zum ersten Völkermörder der Geschichte wurde, als er die angetroffenen Indianer abmetzelte und das alles, weil sie in seinen Augen keine Menschen waren und sich nicht missionieren ließen. Kolumbus gab sich übrigens u.a. den Namen: Christoferrens, der der Christus bringt. Dass er den Seeweg nach Indien finden wollte ist übrigens auch ein Gerücht, denn als Seefahrer und Kartograph wusste er ziemlich genau, wohin er segelte, er hatte nur Schwierigkeiten mit den wahren Entfernungen; ihm war völlig klar, dass es eine große Landmasse zwischen Indien, China und Japan geben musste, er suchte ja auch dann, allerdings vergeblich, nach einem Wasserweg zum Pazifik im Bereich des heutigen Panamakanals. Die wahren Ziele waren, das Christentum zu verbreiten, Gold zu finden und Sklaven für seinen Geldgeber, de Medici, zu besorgen.
Wäre er nicht so ignorant und christlich dogmatisch gewesen und hätte die Ureinwohner ernst genommen, er hatte ja Dolmetscher ausgebildet, hätte er den Seeweg nach Asien gefunden, denn er war ja nur durch wenige Kilometer Landweg vom Pazifik getrennt.
Toleranz setzt grundsätzlich eine eigene, tragfähige Meinung, Intelligenz und Phantasie voraus; gleichzeitig ist es unerlässlich, dass Intoleranz nicht toleriert wird, wie u.a. Wilhelm Busch, Karl Popper, Umberto Eco u.a. formuliert haben.
Toleranz ist eine schwierige Tugend, weil sie also Vernunft voraussetzt, Wissen und die Fähigkeit zur Erkenntnis; da es aber keine absolute Wahrheit gibt, wie in meinem Vortrag: „Wahrheit und Wahrhaftigkeit“, dargelegt, hat auch niemand absolut Recht. Jeder kann nur seine Meinung vertreten, was dazu führt, dass u.U. mehrere Meinungen zum selben Thema existieren.
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Erste zaghafte Versuche, die Dogmen der katholische Kirche infrage zu stellen, gab es bereits von Peter Abaelard 1140 in seiner religionsphilosophischen Toleranzschrift: Gespräch eines Philosophen, mit dem ein Muslim gemeint war, eines Juden und eines Christen, was Lessing dann viel später in der Ringparabel des Nathan des Weisen wieder aufgriff, im Grunde ein Plagiat; aber auch Erasmus von Rotterdam mit seiner Satire: Lob der Torheit, um 1509, pries die Menschlichkeit und verwarf die verkrusteten Kirchenstrukturen, wenngleich er durchaus anderer Meinung als Luther war, denn dieser war durch und durch Kirchenmann, dessen Auffassungen unterschieden sich nur graduell von der herrschenden Kirchenmeinung, z.B. sah auch Luther in der Inquisition ein willkommenes Mittel, die Dogmen der Kirche zu bewahren.
Freiheit
In einem Lied von Reinhard May heißt es: „über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein“. Auch wenn hiermit nicht unser Freiheitsbegriff, sondern ein eher träumerisches Gedankenspiel gemeint ist, so erkennt man doch den Wunsch, ohne Fesseln und Bindungen leben zu wollen. Der Freiheitsbegriff, den Beethoven in seiner Oper, Fidelio, verstanden wissen will, trifft hier besser den Kern, er nutzte hier die Möglichkeit, die gegen jede Tyrannei gerichteten Prinzipien der politischen Freiheit , der Gerechtigkeit und der Brüderlichkeit oder gegen das Unrecht, dass dem Florestan widerfahren sollte, zum Ausdruck zu bringen.
Gemeint ist hier die politische, aber im Wesentlichen die Gedankenfreiheit, die Redefreiheit, damit auch die Pressefreiheit etc.. Unsere Demokratie ist der Freiheit verpflichtet, auch der Religionsfreiheit, wenngleich keine Religion das Recht hat, die öffentliche, durch den Staat geschützte Freiheit, aller anderen abzuschnüren und das u.U. unter Berufung auf die gebotene Toleranz in Glaubensfragen.
In Religionsfragen sind wir tolerant, in Fragen der staatlichen Verfassungsordnung sind wir liberal. Wer aus religiösen Gründen gegen unsere freiheitliche Grundordnung eingestellt ist, mag seelenruhig glauben, was er will, denn die Denkfähigkeit muss ihm eindeutig abgesprochen werden; wer aber hieraus eine Doktrin entwickeln will und aus diesem Grunde die Freiheit der anderen und die Gleichberechtigung aller beschränken oder sie auch nur verängstigen will, bekommt es mit entschiedener Kritik und heftigem Widerstand zu tun. Das ist dann kein Angriff auf die Toleranz, sondern die Verteidigung der Freiheit.
Genau dieses Gedankengut verbirgt sich hinter dem Aufnahmekriterium einer Freimaurerloge, in dem es heißt: „Ein freier Mann von gutem Ruf“.
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Die Idee der Freiheit, so Kant, sei die Voraussetzung für jede Moralität, gemeint ist vor allem die Freiheit des Denkens. Friedrich Schiller lässt in „Don Carlos“ den Marquis de Posa vom König fordern: „Geben Sie Gedankenfreiheit“, denn die Gedankenfreiheit geht weit über die Freiheit der Meinung hinaus.
Auch in einer aufgeklärten Gesellschaft schaden Tabus der Sache selbst, die sie vorgeben zu behüten; denn Tabus schaffen Ängste, die dann zu irrationalen Handlungen führen – auch in der Politik. Die Aufregung um die Rede des damaligen Bundestagspräsidenten Phillipp Jenninger zum fünfzigsten Jahrestag der Reichspogromnacht ist hierfür ein Beispiel. Er musste zurücktreten, weil er eine Rede hielt, an der inhaltlich nichts auszusetzen war; aber weil er sie in einem emotional äußerst aufgeladenen Moment sehr nüchtern und auch holprig vortrug, glaubten seine Zuhörer, er wolle die Deutschen entschuldigen. Ignatz Bubis hat einige Zeit später einen Versuch unternommen und Jenningers Rede vor einem Publikum gehalten, das nicht wusste, das dieses die umstrittene Rede war. Bubis erhielt Beifall. Die New York Times verteidigte die Rede: Er habe die ungeschminkte Wahrheit gesagt, aber jene, die ihn kritisierten, zögen Ruhe und äußerliche Korrektheit wirklichem Bemühen um Gerechtigkeit und Toleranz vor.
Die Liste der Tabus in Deutschland ist groß; alles was mit dem Dritten Reich oder Juden zu tun hat wird kritiklos verdammt und darf nicht ausgesprochen werden, selbst der Bruch des Völkerrechts durch den Staat Israel darf hier nicht angesprochen werden, ohne dass gleich eine Hetzkampagne in Gang gesetzt wird.
Hier sieht man sehr deutlich, dass Freiheit eine große Verantwortung und Respekt vor dem Anderen voraussetzt; so bereiten wir Freimaurer uns z.B. selbstverständlich auf ein sogenanntes Kerzengespräch vor, damit wir konstruktive Beiträge zur Diskussion leisten können, denn alles Andere wäre eine Missachtung des Arbeitsaufwandes des Vortragenden und damit ein eklatanter Verstoß gegen die Brüderlichkeit.
Liberalismus
Der Liberalismus ist eine philosophische, ökonomische und politische Ideologie, die die individuelle Freiheit in allen Facetten als normative Grundlage der Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung anstrebt, wobei alle Demokratien in allen Bereichen gewisse Regularien eingebaut haben, um Missbrauch, aber auch einseitige Auswüchse, verhindern zu können, wie z.B. das Kartellrecht, Wirtschaftsgesetze, die 5%- Klausel bei Wahlen etc. Im Gegensatz zur Anarchie wird jedoch ein Staatswesen, das für eine gewisse Ordnung sorgt, vorausgesetzt; jedoch hat der Staat in jedem Fall die Rechte der einzelnen Bürger zu schützen, wo die Freiheit des Einzelnen beginnt, hat die Staatsmacht zu enden, so dass die Verantwortung und Freiheit beim Bürger liegt,
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dieses setzt allerdings voraus, dass die Bürger aufgrund ihres Intellekts hierzu auch fähig sind, was allerdings in der Masse angezweifelt werden muss.
Grundsätzlich setzt Liberalismus die Meinungsfreiheit, die Herrschaft des Rechts und das Privateigentum voraus. Geschützt werden diese durch die Gewaltenteilung, vertikal durch den Föderalismus und horizontal durch die Legislative, die Exekutive und die Judikative, die gleichberechtigt sind; dieses Modell geht auf Charles de Montesquieus 1748 veröffentlichtes Werk: „Vom Geist der Gesetze“ zurück.
Der Liberalismus begründet die Befreiung von überlieferten Dogmen aus dem Feudalismus, Absolutismus und Kirchengesetzen, er war wesentlich inspiriert vom Gedankengut der Aufklärung, beginnend gegen Ende des 17. Jahrhunderts in England und später in Frankreich und im übrigen Europa.
Die zunehmende Verbreitung des liberalen Gedankengutes, dann auch in Preußen, war der Nährboden für die Bildung und dann auch Zusammenschluss von Freimaurerlogen, zuerst auf den britischen Inseln, dann auch auf dem europäischen Festland und den USA.
Wegbereiter und Vordenker des Liberalismus in England war John Locke (1632-1683). Er wuchs in einfachen Verhältnissen auf und wurde streng erzogen, besuchte die besten Schulen und studierte, mit Stipendium, in Oxford, wo er u.a. auch später lehrte. Sein Ansehen in den gelehrten Kreisen erwarb er sich frühzeitig durch seinen Essay über den menschlichen Verstand, einem umfangreichen Werk, das vorwiegend erkenntnis- und wissenschaftstheoretischen Überlegungen gewidmet ist. Er lieferte aber auch zahlreiche Beiträge zur politischen Philosophie, Pädagogik, Religions- philosophie und zu den Wirtschaftswissenschaften; er galt als angesehener Lehrer. Mit David Hume und George Berkeley bildete er das große Dreigestirn der englischen Aufklärung. Seine Hauptwerke, „Brief über die Toleranz“, es folgten noch zwei weitere und „Zwei Abhandlungen über die Regierung“ veröffentlichte er anonym, den ersten Brief sogar in lateinischer Sprache in den Niederlanden.
Seine Theorien hatten direkten Einfluss auf die „Bill of Rights“, z.T. wörtlich und auf den Text der amerikanischen Verfassung sowie auf die französische Revolution.
In dem Brief über die Toleranz schrieb er u.a.: „….bürgerliche Interessen nenne ich Leben, Freiheit, Gesundheit, Schmerzlosigkeit des Körpers und den Besitz äußerer Dinge wie Geld, Ländereien, Häuser, Einrichtungsgegenstände und dergleichen. Es ist die Pflicht der staatlichen Obrigkeit, durch die unparteiische Ausführung von Gesetzen, die für alle gleich sind, allgemein dem ganzen Volke und jedem ihrer Untertanen im besonderen den gerechten Besitz dieser Dinge, die zu seinem Leben
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gehören zu sichern....“. Diese Forderungen bezeichnete er später auch als Naturgesetze und forderte, die Sklaverei abzuschaffen, da es nicht der Natur entspräche, dass ein Mensch einem anderen Menschen gehöre. Er forderte eine Kontrolle der Regierung, die nur durch die Mehrheit des Volkes bestimmt, aber auch
im Falle des Versagens, abgesetzt werden kann, um eine neue zu bestimmen.
Ähnliche Thesen vertritt John Stuart Mill (1806-1873) später, insbesondere in seinem Werk: „Über die Freiheit“, in dem er die Freiheit, insbesondere des Einzelnen als höchstes Gut ansieht; er geht sogar soweit, dass er fordert, dass selbst die Meinung eines Einzelnen nicht von der Majorität unterdrückt werden darf, vielmehr muss auch er gehört werden und dann abgewogen werden, alles Andere wäre Tyrannei der Mehrheit. Er behauptet aber auch, dass 99 von Hundert Menschen mangels Intelligenz nicht in der Lage seien, Entscheidungen zu treffen. Der preußische König Friedrich II war in diesem Punkt nicht so optimistisch, er glaubte, nur einer von Tausend seiner Untertanen könnten denken.
In Frankreich waren Rousseau (1712-1778) und Voltaire (1694-1778) die führenden Wegbereiter der Aufklärung und Vorbereiter der Revolution. Rousseau forderte in seiner politischen Philosophie gleiche Rechte für alle Bürger unter einer demokratisch ausgeübten Kontrolle, er ging davon aus, dass die Menschen von Natur aus frei und gleich und dazu fähig seien, über sich selbst zu bestimmen. Er forderte statt der Abtretung aller Rechte an den absoluten Staat einen in Freiheit ausgehandelten Gesellschaftsvertrag. Er war Wegbereiter für die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ 1948 durch die UNO.
Menschlich gesehen muss Rousseau ziemlich skurril gewesen sein, jedenfalls wurden seine Ansichten im Alter z.T sehr fragwürdig.
Voltaire vertrat ähnliche Ansichten, benahm sich jedoch durchaus diplomatischer in der Gesellschaft, so dass er noch heute in Frankreich verehrt wird. Da er die katholische Kirche aufs schärfste kritisierte, verbot diese recht frühzeitig seine Werke. Insbesondere griff er die Verquickung von Religion und weltlicher Macht an. Das Judentum lehnte er übrigens als Aberglauben ab.
Voltaire führte über 40 Jahre einen philosophischen Briefwechsel mit Friedrich II, also jeweils fast 700 Briefe, er diskutierte mehrfach mit ihm bei Hofe als sein Gast.
Mit Friedrich dem II tritt zum ersten Mal auf deutschem Boden ein Wegbereiter der Aufklärung auf, im Grunde eine ambivalente Person, er führte schließlich zahlreiche Kriege, auch Angriffskriege, intrigierte wie alle Herrscher in Europa, baute die teuersten Residenzen aller Preußenkönige, verstieß seine Frau Elisabeth Christine
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und führte einen Angriffskrieg gegen Österreich, also von den sogenannten preußischen Tugenden: Sparsamkeit, Treue und Aufrichtigkeit ist hier nichts erkennbar. Dennoch muss konstatiert werden, dass die Ideale der Aufklärung jetzt eine neue Dimension erreichten, da zum ersten Mal ein Herrscher sich Ihrer annahm und sie auch durchsetzte; für ihn war Toleranz das oberste Gebot, sogar gegenüber der Kirche, insbesondere der katholischen Kirche, die er gewähren ließ, jedoch nicht ohne sich einen gewissen Einfluss auf deren Würdenträger zu sichern, über die Kirche meinte er nur lapidar, eine Kirche, die beim Abendmahl ihren eigenen Gott esse, sei ihm suspekt, seine Sympathie den Juden gegenüber hielt sich jedoch in engen Grenzen, verfolgt hat er sie nicht.
Folgerichtig wurde Friedrich II 1738 Freimaurer und gründete daraufhin in Rheinsberg eine neue Loge, Friedrich Wilhelm, sein Vater, wäre sicherlich empört gewesen, hätte er hiervon erfahren. Über sein weiteres Leben in der Freimaurerei, insbesondere in den Hochgraden, ist nichts überliefert, es fand wohl auch nicht statt, vielmehr nutzte er die Gelegenheit, sich mit einigen Freimaurern zu treffen und zu diskutieren, wie er das auch mit anderen Intellektuellen tat, er wollte einfach seinen Horizont erweitern. Sein Verdienst, hiermit die Verbreitung der Freimaurerei zu ermöglichen, ist unbestritten.
Friedrich II philosophierte zeitlebens über Begriffe wie Freiheit, Toleranz, Rechtssicherheit, Vorsehung, Zufall etc., es war also kein Zufall, dass er mit Voltaire einen regen Schriftwechsel führte, er war von diesen Idealen überzeugt und setzte auch Einiges in seinem Staate um, insbesondere sah er sich als Diener in seinem eigenen Staat, also ein ganz anderer Denkansatz als in der Geschichte zuvor. Ein ähnlicher Denkansatz war später in der Antrittsrede zum Prime Minister Sir Winston Churchills erkennbar, übrigens auch Freimaurer, in der er, in aussichtsloser Situation, all seine Kraft dem britischen Volk zur Verfügung stellte, aber dieses von ihm auch forderte.
Schließen möchte ich mit dem Ende der Rede Richard von Weizsäckers am 8.Mai 1985:
Die Bitte an die jungen Menschen lautet:
Lassen Sie sich nicht hineintreiben in Feindschaft und Hass
gegen andere Menschen,
gegen Russen oder Amerikaner,
gegen Juden oder Türken,
gegen Alternative oder Konservative,
gegen Schwarz oder Weiß.
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Lernen Sie, miteinander zu leben, nicht gegeneinander.
Lassen Sie auch uns als demokratisch gewählte Politiker dies immer wieder beherzigen und ein Beispiel geben.
Ehren wir die Freiheit.
Arbeiten wir für den Frieden.
Halten wir uns an das Recht.
Dienen wir unseren inneren Maßstäben der Gerechtigkeit.
…
Es geschehe also
20.Mai 2010
+ 49 (0)30 - 44 71 53 96
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Vortrag
Lieber Bruder,
ich habe den Vortrag nochmal gelesen und bin, wie schon beim ersten Hören, sehr angetan. Die Darstellung von Geschichte, Bedeutung, nie endender Aktualität und dem Zusammenhang zur Freimaurerei der angesprochenen Themen finde ich sehr gelungen.
schriftlicher Bericht
Kannst du mir deinen Vortag in schriftlicher Form zukommen lassen? Ich will doch irgendwann mal unsere Zeichnungen binden lassen, wie schon mit den berühmten Vorträgen Johannes Bischoff geschehen.
dured
PS sehr guter Vortrag übrigens mehrere Brüder und Gäste waren angetan davon.... weiter so!!